Die Robbesscheier – Energieautarkie in Munshausen (LUX)
Ein Leuchtturmprojekt für nachhaltige Energieversorgung in Europa
Mehrwert für Gesellschaft und Zukunft
Ein Leuchtturmprojekt startet:
Wie wir Energie neu denken, bauen und erlebbar machen
Im luxemburgischen Munshausen entsteht ein Projekt, das in Europa seinesgleichen sucht:
Die Robbesscheier, ein Natur- und Erlebniszentrum mit Hotel, Jugendherberge, Gastronomie und Werkstätten, macht sich auf den Weg in die Energieautarkie.
„Die Robbesscheier“ – übersetzt „Roberts Scheune“ – gibt dem gesamten Areal seinen Namen und erinnert an den früheren Besitzer Robert.
Wir von SCHULZ Systemtechnik entwickeln, planen und realisieren das gesamte Energiesystem – von der Konzeption über die technische Integration bis hin zur Inbetriebnahme.
Mit unserer Erfahrung in Automatisierung und Energiemanagement schaffen wir die Grundlage dafür, dass das Areal im Alltag nahezu energieautark funktioniert und im Notfall vollständig versorgt bleibt.
Ein Areal, das Geschichte schreibt
Die Robbesscheier ist seit Jahrzehnten ein Ort, an dem Natur, Handwerk und nachhaltiger Tourismus zusammenkommen. Über 20.000 Besucher:innen pro Jahr erleben Landwirtschaft, Werkstätten und Bildungsangebote auf rund 60.000 m². Nun folgt der nächste Schritt:
Das gesamte Areal soll nahezu energieautark versorgt werden – und so zum Vorzeigeprojekt für Europa werden.
So wird’s möglich – Die Technik dahinter
Photovoltaik
Rund 300 kWp Solarleistung werden auf nahezu allen Dächern installiert. Unterschiedliche Ausrichtungen werden mithilfe von Leistungsoptimierung gebündelt – so wird aus vielen Dächern ein starker Stromlieferant.
DC-Sammelnetz mit 750 Volt
Statt den Strom ständig zwischen Wechsel- und Gleichspannung umzuwandeln, bündelt ein DC-Netz die Energie direkt. Das minimiert Verluste, erhöht die Effizienz und macht die Anlage skalierbar.
Batteriespeicher
Die Speicher gleichen Schwankungen aus, stabilisieren das Netz und halten das System auch im Inselbetrieb am Laufen. Sie sind der Puffer, der Versorgungssicherheit garantiert.
Blockheizkraftwerk (BHKW)
Ein Blockheizkraftwerk ergänzt die Photovoltaik, indem es Strom und Wärme gleichzeitig erzeugt. Besonders in den Wintermonaten, wenn die Sonneneinstrahlung geringer ist, sorgt es für verlässliche Energieversorgung. In Kombination mit dem Energiemanagementsystem wird die erzeugte Energie effizient genutzt und optimal in das Gesamtsystem eingebunden.
Schwarzstartfähige Wechselrichter
Fällt das öffentliche Netz aus, übernehmen sie – unterbrechungsfrei. Das System baut ein stabiles Inselnetz auf, gespeist aus PV, Speicher und BHKW. Der Betrieb geht weiter, als wäre nichts geschehen.
Energiemanagementsystem (EMS)
Herzstück des Ganzen ist unser EMS von SCHULZ: Es misst, steuert, priorisiert und sorgt dafür, dass Energie immer dort ankommt, wo sie gebraucht wird – effizient, transparent und zukunftssicher.
Im Hauptgebäude befinden sich Empfang, Information und Verwaltung.
Vor Ort werden die nächsten Schritte des Energieprojekts besprochen.
Der Projektleiter zeigt den SCHULZ-Kollegen das Areal.
Besonders wichtig: die unterbrechungsfreie Umschaltung. Fällt das öffentliche Netz aus, übernimmt unsere Lösung sofort. Die Robbesscheier bleibt damit vollständig versorgt – eine Funktion, die selbst in europäischen Forschungsprojekten bisher kaum umgesetzt wurde.
Unsere Rolle
Wir verantworten in diesem Projekt zentrale Elemente:
- die Entwicklung und Integration des Energiemanagementsystems als Herzstück der Anlage
- die Steuerungs- und Automatisierungstechnik, inklusive der schwarzstartfähigen Umschaltung
- die gesamte Containerlösung für Wechselrichter, Batterien und Schaltschränke
- die Verbindung von Praxis-Know-how mit innovativen Technologien
Damit schaffen wir die Grundlage, dass die Robbesscheier nicht nur fast energieautark betrieben werden kann, sondern auch im Katastrophenfall als eigenständiges Inselnetz funktioniert.
Gemeinsam mit unseren Partnern Maschinenfabrik Reinhausen, Rittal, Tesvolt, Denios und lokalen Unternehmen, setzen wir Maßstäbe für die Energiewende.
Ein SCHULZ-Techniker bei der Begehung des Projektgeländes.
Ein Gewinn für Menschen und Region
Die Robbesscheier zeigt, dass es bei Energieprojekten um weit mehr geht als Strom und Technik.
Das Areal wird zu einem Ort, an dem Tourismus, Bildung und Katastrophenschutz zusammenkommen.
Damit profitiert nicht nur das Naturzentrum selbst, sondern die ganze Region:
Besucher:innen erleben Nachhaltigkeit hautnah, die Gastronomie stärkt regionale Wertschöpfung – und im Ernstfall wird die Robbesscheier zu einem sicheren Zufluchtsort.
Ein Symbol für die Region: Das Ardennerpferd, Wahrzeichen der Robbesscheier, bei einem Besuch unseres SCHULZ-Teams.
Tourismus:
Hotel, Gastronomie und Freizeitangebote profitieren von einer nachhaltigen Energieversorgung. Gäste erleben, dass Urlaub, Regionalität und Klimaschutz Hand in Hand gehen – von saisonalen Gerichten mit Produkten aus eigenem Anbau bis hin zu einem Aufenthalt, der zeigt, wie bewusstes Reisen aussehen kann.
Bildung:
Lehrpfade und Workshops verbinden Tradition und Nachhaltigkeit. Besucher:innen backen Brot, lernen die traditionelle Verarbeitung von Schafswolle kennen, erleben die Felder und Tiere – und entdecken viele weitere Mitmachangebote, die zeigen, wie erneuerbare Energien und verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen wirken.
Katastrophenschutz:
Im Ernstfall bietet die Robbesscheier Sicherheit für die Region. Durch das autarke Energiesystem könnten hunderte Menschen mit Strom, Wärme und Wasser versorgt werden. Damit wird das Areal nicht nur zum Lern- und Erlebnisort, sondern auch zu einem verlässlichen Zufluchtsort in Krisenzeiten.
Hotel und Jugendherberge: Jugendgruppen entdecken das Areal, Urlauber genießen Ruhe und Natur.
In der Wollwerkstatt wird altes Handwerk lebendig – hier lernen Besucher, wie aus Rohwolle feine Fäden entstehen.
Das Wasserrad symbolisiert die Verbindung von Natur, Energie und traditionellem Handwerk.
Signalwirkung über Luxemburg hinaus
In dieser Kombination aus DC-Sammelnetz, unterbrechungsfreier Inselnetzfähigkeit und gesellschaftlichem Nutzen ist die Robbesscheier ein echtes Leuchtturmprojekt. Was bisher nur im Rahmen von Forschungsprojekten getestet wurde, wird hier für den Alltag umgesetzt – sichtbar, greifbar, nutzbar.
Fazit:
Ein Blaupausen-Projekt für Europa
Die Robbesscheier zeigt, wie Energiewende funktionieren kann: lokal, resilient und erlebbar.
Für uns bei SCHULZ ist es ein Meilenstein – und ein Projekt, das weit über Luxemburg hinausstrahlt.
Wir freuen uns, die Reise zu begleiten – vom Aufbau des Containers über die Inbetriebnahme des EMS bis hin zum Großevent. Und wir laden Sie ein, dabei zu sein.
Die Robbesscheier zeigt, wie die Zukunft der Energieversorgung aussehen kann:
Ein einzigartiges DC-Netz mit 750 Volt, ergänzt durch Batteriespeicher, BHKW und schwarzstartfähige Wechselrichter, sorgt für eine unterbrechungsfreie und nachhaltige Stromversorgung.
Für alle Beteiligten ist es ein echtes Leuchtturmprojekt, ein Symbol für Innovationskraft und gelebte Energiewende.
Mario Bonilla, Fachplaner Industrieautomation SCHULZ Wallenhorst
Willkommen beim Leuchtturmprojekt „Die Robbesscheier“
Energieautarkie in Munshausen.
Blick aus der Luft: Das Areal „die Robbesscheier“ – künftig versorgt durch ein intelligentes Energiesystem.
Die Geschichte der Robbesscheier – von einer Idee zu einem lebendigen Landgut
1989 beginnt in einer kleinen Ecke des Éislek eine Idee, die weit über einen einzelnen Ort hinausreicht. In Munshausen steht ein alter, verfallener Bauernhof – halb baufällig, scheinbar ohne Zukunft. Doch genau hier entsteht der Wunsch, dem Verschwinden des ländlichen Lebensstils etwas entgegenzusetzen: Traditionen bewahren, Gemeinschaft stärken, Arbeitsplätze schaffen und dem Dorfleben wieder einen Mittelpunkt geben.
Historisches Gebäude die Robbesscheier
Früh werden sichtbare Zeichen gesetzt. Das historische Marktkreuz am Dorfeingang wird restauriert, und mit dem ersten „Haupeschmaart“ kehrt ein traditionsreicher Hubertusmarkt zurück, dessen Ursprünge bis ins 17. Jahrhundert reichen. Was als lokale Initiative beginnt, entwickelt schnell eine eigene Dynamik – getragen von Engagement, Herzblut und dem festen Willen, ländliches Kulturerbe nicht zu konservieren, sondern weiterzugeben.
Das Ardenner-Arbeitspferd – seit Beginn Herzstück der Robbesscheier und Symbol für nachhaltiges Arbeiten im Einklang mit der Natur.
Handwerk zum Anfassen: Arbeiten, Techniken und Abläufe aus dem ländlichen Alltag vergangener Zeiten.
Einblicke in das ländliche Leben von einst – Inspiration für das, was die Robbesscheier bis heute prägt.
Zwischen 1990 und 1994 wächst die Robbesscheier Schritt für Schritt zu einem Zentrum des Erlebens. Das erste Gebäude wird vom Dorfkomitee gekauft und zur Herberge umgebaut, Gemüsegärten entstehen, alte landwirtschaftliche Maschinen werden gesammelt und restauriert. Handwerk wird wieder sichtbar und begreifbar: Brot wird von Hand geknetet, Wolle kardiert, Holzpantoffeln geschnitzt. Lernen geschieht hier mit allen Sinnen – für Kinder genauso wie für Erwachsene.
Mit dem Umbau des Dorfgemeinschaftssaals und der Wiederbelebung des alten Schulhauses als Ausstellungs- und Animationsraum öffnet sich der Standort zunehmend für Besucherinnen und Besucher. Ende der 1990er-Jahre kommen neue Flächen hinzu: Ein Spielplatz entsteht, thematische Ausstellungen ziehen Gäste an, sechs Hektar Land werden erworben und mit dem Domaine Robbesscheier ein Areal geschaffen, in dem regionale Produkte, Natur und Landwirtschaft miteinander verbunden werden.
Ein zentrales Element der Robbesscheier ist von Anfang an das Ardenner-Arbeitspferd. Es steht sinnbildlich für einen respektvollen Umgang mit Natur und Ressourcen – und wird zum Herzstück zahlreicher Aktivitäten. Die Arbeit mit dem Pferd entwickelt sich weiter zu einem Kompetenzfeld, das Tradition, Nachhaltigkeit und moderne Anforderungen miteinander verbindet.
Das Ardenner-Arbeitspferd – Herzstück der Robbesscheier und Symbol für nachhaltiges Arbeiten im Einklang mit der Natur.
Im Jahr 2000 folgt ein weiterer Meilenstein: der Bau des Sammeshaff, einer Herberge mit Platz für bis zu 55 Gäste. In den darauffolgenden Jahren entstehen Wanderwege, Bienenhäuser und zusätzliche Stallungen. Mit der Rackésmillen in Enscherange wird ein weiterer Standort integriert. Die Robbesscheier professionalisiert sich, ohne ihre ursprüngliche Idee aus den Augen zu verlieren.
Mit dem Sammeshaff beginnt ab 2000 eine neue Entwicklungsphase der Robbesscheier.
Ab 2007 wird gezielt in Barrierefreiheit, Qualität und Vielfalt investiert. Angebote für Kinder, Familien, Schulklassen, Betriebe und Gruppen werden ausgebaut. Die Gärten wachsen weiter, Terrassenbeete entstehen, und in der Küche rückt der Bezug zum eigenen Boden stärker in den Fokus: Saisonale Produkte aus eigenem Anbau werden zum Herzstück der regionalen Gastronomie – sowohl in der Robbesscheier als auch im Cornelyshaff.
Zwischen 2016 und 2019 werden Stallanlagen modernisiert, neue Sichtachsen für die Ardennerpferde geschaffen und der Sammeshaff grundlegend umgebaut. Aus Gemeinschaftsschlafräumen entstehen moderne Zimmer mit eigenen Sanitäreinrichtungen – naturnah, funktional und familienfreundlich.
Die Robbesscheier heute – gewachsenes Zusammenspiel aus Natur, Gärten, Gebäuden und Gemeinschaft.